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Walliser Bote, rob Die Pistenpatrouilleure von Zermatt sind mit lebensrettenden Frühdefibrillatoren ausgerüstet wordenDas Alpine Rescue-Center (ARC) hat in Zusammenarbeit mit der kantonalen Walliser Rettungsorganisation (KWRO) das Pilotprojekt «Frühdefibrillation» lanciert. Seit gestern sind die Rettungslokale im ganzen Skigebiet von Zermatt mit Frühdefibrillatoren ausgerüstet. Alle zehn Minuten stirbt in Westeuropa ein Mensch an plötzlichem Herztod. In der Schweiz liegt die Zahl bei rund 10 000 Todesfällen pro Jahr. Dem Herzstillstand gehen fast immer ein Herzinfarkt und eine Herzrhythmusstörung voraus. Das Herz arbeitet nicht mehr richtig und es kommt zu einem Kammerflimmern. Das Blut im Herzmuskel wird dadurch nicht mehr vorwärts gepumpt. Das Herzflimmern kann nur durch einen dosierten elektrischen Stromstoss mit einem Defibrillator behoben werden. Die Überlebenschancen verringern sich dabei mit jeder verstrichenen Minute um gut 10 Prozent. Bereits nach acht Minuten liegt die Überlebenschance für den Patienten nur noch bei 10 bis 20 Prozent. Zermatter PilotprojektUnter der fachmännischen Anweisung von Diego Lareida, medizinischer Leiter des Alpine Rescue-Center, und dem Allgemeinmediziner Dr. Christian Bannwart konnten sich am Montagabend rund 25 Zermatter Pistenpatrouilleure an der praktischen Anwendung des Frühdefibrillators üben. Ein Phantom diente als Herzpatient. Die notwendigen theoretischen Kurse haben die Patrouilleure bereits im Vorfeld absolviert. Voraussetzung für den Einsatz des Defibrillators ist ein gültiger Herzwiederbelebungsausweis sowie eine zusätzliche halbtägige Schulung. Im Anschluss sind den Patrouilleuren sieben Defibrillationsgeräte übergeben worden, welche nunmehr in den Rettungslokalen im ganzen Skigebiet von Zermatt verteilt sind. Es handelt sich um ein Pilotprojekt des Alpine Rescue-Center in Zusammenarbeit mit der kantonalen Walliser Rettungsorganisation. Das Projekt soll mehrere Jahre andauern. Sämtliche Einsatzverläufe werden von den Geräten gespeichert und am Computer analysiert. Bei positiver Auswertung könnten in Zukunft weitere Skigebiete mit Frühdefibrillatoren ausgerüstet werden. Die ersten Minuten sind entscheidendDiego Lareida, medizinischer Leiter des Alpine Rescue-Center erläuterte Sinn und Nutzen des Frühdefibrillators. Durchschnittlich müssen auf den Zermatter Skipisten jedes Jahr rund sechs Personen nach einem Herzstillstand reanimiert werden. Wichtig ist, dass das Gerät innerhalb der ersten fünf bis sechs Minuten an den Patienten angeschlossen werden kann, denn nicht immer vermag der Rettungshelikopter innert nützlicher Frist auf Platz zu sein. Die Pistenpatrouilleure hingegen erreichen die Patienten meist innert kurzer Zeit. Der Frühdefibrillator nehme den Patrouilleuren freilich nicht die Rettungsarbeiten ab, mahnte Diego Lareida. Das Gerät habe lediglich eine unterstützende Funktion. Die Basismassnahmen der Wiederbelebung müssen von den Patrouilleuren nach wie vor in Eigenregie durchgeführt werden. Einfache Handhabung für den LaienFrüher war der Einsatz von «Herzschockgeräten» ausschliesslich Ärzten und Rettungssanitätern vorbehalten. Die automatischen externen Defibrillationsgeräte sind indes so einfach und ungefährlich zu bedienen, dass sie auch von Laien bedient werden dürfen. Der Laie klebt ganz einfach zwei Elektroden auf die Brust des Patienten. Er wird dabei von der elektronischen Stimme des Geräts assistiert. Der Computer analysiert in der Folge selbstständig den Herzrhythmus und stellt die Indikation zur Defibrillation fest. Nur wenn das Gerät tatsächlich ein Kammerflimmern feststellt, kann ein Stromschlag ausgelöst werden. Der Patrouilleur kann also nicht in Eigenregie Schocks auslösen. Eine Fehlbedienung ist damit so gut wie ausgeschlossen. Herzpatienten immer jüngerWaren es in früheren Zeiten in der Regel ältere Menschen, die vom plötzlichen Herztod heimgesucht wurden, so werden die Patienten immer jünger. In den USA sind automatische Frühdefibrillatoren seit geraumer Zeit weit verbreitet. Die Schweiz zeigt indes grossen Nachholbedarf. Wünschenswert wäre nicht zuletzt, dass stark frequentierte Plätze wie beispielsweise Sportstadien, Bahnhöfe, Einkaufszentren oder Schulen, aber auch Polizei- und Feuerwehreinheiten mit Frühdefibrillatoren ausgerüstet werden. Das notwendige Know-how im Umgang mit automatischen externen Defibrillatoren sowie weitere lebensrettende Kurse vermittelt das Alpine Rescue-Center. rob Zermatt, 12. März 2003 |
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http://bergbahnen.zermatt.ch/d/./medienmitteilung/2003/03/12.html |